Ab 12.Oktober 2016 wieder geöffnet. Immer Mittwoch bis Samstag Ab 17 Uhr
Ab 12.Oktober 2016 wieder geöffnet.Immer Mittwoch bis SamstagAb 17 Uhr

Herzlich willkommen im Albtorbesen.

Wir sind eine klassiche Besenwirtschaft im Herzen Reutlingens.

Geöffnet haben wir immer im Februar/März und von Mitte Oktober bis Mitte Dezember .

.Prinz Eugen als Weinhasser
"Prinz Eugen soll nicht lang nach Beendigung seines türkischen Feldzuges eine Reise durch Süddeutschland gemacht haben und bei dieser Gelegenheit nach Reut-lingen gekommen sein. Der Magistrat, um die glorrei-chen Verdienste des Helden zu feiern, sei ihm in Pro-zession entgegen gezogen und habe ihm einen silbernen Becher voll Weins zum Willkomm geboten. Prinz Eugen habe einen Schluck davon genommen, ihn aber mit einem sauren Gesicht abgesetzt und geschworen, lieber möchte er Belgrad noch einmal erobern als einen gan-zen Becher dieses Weins austrinken."
 

Aus: Hermann Kurz. Schillers Heimatjahre
Reutlinger und Metzinger Wein Unter der Kapitelüberschrift "Vom Reutlinger Wein" erzählt August Lämmle in seinen 1917 erschienenen "Bunten Geschichten" zum Beispiel die Geschichte vom Herrgott, der - als er noch auf Erden gewandelt sei - einmal in Metzingen so gut bewirtet worden war, dass er den Einwohnern des Städtchens den Weinbau ge-schenkt habe, worüber sie sehr glücklich gewesen seien. Als er nach Reutlingen kam, sei er dort schlecht behandelt worden. Er habe eine ganz geringe Unter-kunft beim Waibel am Stadttor bekommen und sei auch sonst nicht gut behandelt worden, so dass er die Stadt verlassen habe. Als die Reutlinger erfuhren, was den Metzingern gewährt worden war, holten sie schnell den Herrgott zurück und baten ihn ebenfalls um den Wein-bau, den er ihnen gewährte. Als die Metzinger das ungerecht fanden und sich beim Herrgott beschwerten, meinte dieser: Was den Wein beträfe, sollten sie nur zufrieden sein, der Reutlinger "sei auch danach".
Tübinger und Reutlinger Wein
Wegen der Qualität ihrer Weine neckten sich die Tübin-ger und Reutlinger. Thaddäus Troll berichtete darüber folgendes: „ Die Tübinger behaupteten, der Reutlinger Wein schmecke, als ob man eine Katze durch die Gur-gel jage; die Reutlinger konterten mit der Feststellung, der Tübinger schmecke, als ob man die Katze am Schwanz wieder hochziehe."
Als im März 1529 zu Speier ein Reichstag wegen der Religion und der Türkenhilfe eröffnet wurde, sandte die Reichsstadt Reutlingen ihren Bürgermeister als Abge-sandten dahin. Dieser war Josua Weiß (Joß Wyß), ein schlichter Bürger, und aus einer Weingärtner-Familie geboren, selbst Weingärtner, aber sowohl in Religions-sachen als in den politischen Angelegenheiten seiner Vaterstadt ein sehr erfahrener Mann, der den Boden seiner Vaterstadt als ein Paradies gesetzlicher Freiheit über Alles liebte. Durch das Zutrauen seiner Mitbürger wurde er in das Zunftgericht der Weingärtner und in reiferen Jahren zum Zunft-Vorsteher oder Zunftmeister erwählt, in welchem Amte er schon 1523 ältester Zunftmeister war. Bald darauf wurde Josua Weiß Bür-germeister, von 1529 bis 1539 stand er als Bürger-meister an der Spitze seiner Mitbürger.
 

Viel Wein, kein Brot am Scheibengipfel
In der schrecklichen Fruchttheurung 1770 und 1771 hatte man am Alptraufe Wein und Obst, aber kein Brot. Man kochte Mehl von zermalmten Kirschensteinen mit Habermehl vermischt, und verschiedene Wiesenpflan-zen in der Milch: z. B. junge Brennnessel, Lammerzun-gen (Schafblättlein), Taubenkröpfe, Malven, «. a. Aber diese Brotnot machte den Anbau der wohltätigen Erdbirnen zur Nahrung der Menschen allgemein.
Am Reutlinger Scheibengipfel unter der Achalm wurde 1745 auf Erz gegraben und ein Schacht von 80 Fuß Tiefe eingesenkt, welcher noch gegenwärtig Goldloch heißt. Aber weil im Schacht eine Flamme sich zeigte, und bei dem Hinnahen der Lampen den Bergleuten Haare, Angesicht, Brust, ja den ganzen Leib heftig verbrannte: so musste das Bergwerk, ohne dass man mehr als Spathadern und Schwefelkies fand, wieder verlassen werden.
 

Jahrhundertwein 1811
"Wenn das Jahr 1811 durch seine ungemeine Heiter-keit und Fruchtbarkeit vor 100 seiner Vorgänger sich ausgezeichnet hat, so dass auf der Alp die Ernte vor und um Jacobi mit der Ernte unter dem Albtrauf gleich-zeitig eintraf; so erzeugte es zwar nicht die außeror-dentliche Menge Wein am Alptraufe, wie frühere Jahr-gänge, aber den besten Wein, welchen die ältesten Leute sich denken können." Aus: Carl Christian Gratianus. Geschichte der Achalm und der
Stadt Reutlingen Tübingen 1831.


Johann Philipp Bronner. Der Weinbau in Württemberg. 1837. Die schwäbische Alp.
Über den Weinbau in Metzingen:

… ihr Produkt findet hinreichenden Absatz, und man sagt, sie gewinnen im Durchschnitte mehr als viele Unterländer, … Es ist aber auch wirklich auffallend, welche Fruchtbarkeit an diesen Rebstöcken herrscht, und es ist fast unglaublich, wenn man erzählt, welche Traubenfülle an jedem Rebstocke ist; man muss dies wirklich sehen, um es zu glauben.
Die Bodenarbeiten geschehen alle mit der breiten Haue, Im April wird gehackt, und dann später zweimal gefelgt, alles mit demselben Instrumente. Das Unkraut, was hier am meisten vorherrscht, ist die Winde und Goldkraut.
Über den Weinbau in Reutlingen:
Da die Achalm … die Weinlagen an dem Fuße dersel-ben liegen nordwestlich, westlich und südwestlich. Auf der nordwestlichen Seite unfern der Straße von Metzin-gen nach Reutlingen nennt man die dortigen Weinlagen die Winterhalden, im Einzelnen aber Welsberg, Burg-hölzer und Herz, in welchen größtenteils Klevner für rote Weine gezogen werden. An die eben genannte nordwestliche Lagen schließen sich einige westliche, die man die Sommerhalde und Wörrwald benennt. Dann kommt eine südwestlich Lage, der Pfalzgraf und eine südsüdwestliche mit dem Namen Nelzenried.
Dieser gegenüber liegt der St. Georgenberg, ein regel-mäßiger Kegel mit 25 Grad Abdachung auf jeder Seite, der die Form eines gedrückten Zuckerhutes hat, und etwa bis zur Hälfte fast ringsum mit Reben bepflanzt ist und zwischen Reutlingen und Pfullingen liegt.
Der Rebsatz ist hauptsächlich Salviner (Sylvaner) dann Elbe, und etwas Wälsche und Gutedel. In den Winter-halden, d. h. nördlichen Lagen ist der Klevner und Häusler meistens angebaut, auch findet man etwas Müllerrebe, die man Grauklevner nennt.
 

Wie früher: Unsere Rebsorten
Genau diese vor 170 Jahren beschriebenen Rebsorten bearbeiten wir noch heute. Den Spätburgunder oder
„Klevner“ für den Rotwein. Den Schwarzriesling bzw. die „Müllerrebe“ für den Rosé. Und unser Weißwein besteht aus Silvaner und Gutedel.

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© Philip Brenner